Zwischen 75 und 90 Prozent geringerer Handlingaufwand
Um das Teilehandling auf ein Minimum zu reduzieren, berücksichtigt Metallform bei der Konzeption der aus Edelstahl-Runddraht gefertigten Werkstückträger nicht nur die teile- und sauberkeitsspezifischen Anforderungen, sondern auch die Verpackung. Der Werkstückträger wird in diesem Fall so ausgelegt, dass die Blisterverpackung darin „eingreift“. Dadurch kann der Blister beziehungsweise der Werkstückträger einfach aufgesetzt und der gesamte Inhalt in wenigen Sekunden mit einem Handgriff von einem Mitarbeiter umgestülpt werden. Die exakte Abstimmung macht diesen Umstülpvorgang sehr sicher und verringert damit auch das Risiko einer Bauteilbeschädigung.
Entsprechende Lösungen hat das im badischen Bretten ansässige Unternehmen für verschiedene Automobilzulieferer realisiert. Dabei wurden auch spezielle Umstülpadapter entwickelt, die das Zusammenführen von unterschiedlichen Teilen aus zwei Behältnissen mit verschiedenen Losgrößen in einen Werkstückträger ermöglichen. Mit diesen durchdachten Lösungen konnte der Aufwand im Vergleich zu manuellen Umsetzvorgängen um jeweils zwischen 75 und 90 Prozent minimiert werden, was zu einem sehr schnellen Return on Investment (ROI) führte.
Neue Dreheinrichtung für schwerere Bauteile
Werkstückträger mit einem Gesamtgewicht bis zirka fünf Kilogramm lassen sich problemlos manuell umstülpen. Ist das Gewicht höher, führt dies zu einer starken körperlichen Belastung des Mitarbeiters. Für diese Fälle hat Metallform eine einfache aber äußerst effiziente Dreheinrichtung entwickelt. Sie besteht aus zwei Metallscheiben, die auf Rollen gelagert und für die Aufnahme von Blister und Werkstückträger mit vier Schienen verbunden sind. Vor dem Einschieben des mit Bauteilen beladenen Werkstückträgers / Blisters wird der Blister / Werkstückträger einfach aufgesetzt, anschließend eingeschoben und die Metallscheibe um 180 Grad gedreht. Arretierungsbolzen sorgen dabei dafür, dass die Dreheinrichtung stets selbsttätig in der richtigen Position stoppt. Für den nächsten Drehvorgang braucht lediglich der Arretierungsbolzen wieder gelöst zu werden. Durch die Lagerung der Scheiben auf Rollen ist für die Bedienung der verschleißarmen Dreheinrichtung nur ein minimaler Kraftaufwand erforderlich.
Um unterschiedlich hohe Bauteile zu handeln, können die Aufnahmeschienen verstellbar ausgeführt werden. Ebenso ist es möglich, mehrere Werkstückträger / Blister in der Aufnahmevorrichtung zu platzieren, jeweils einen Blister / Werkstückträger aufzusetzen und gleichzeitig umzustülpen.
Gefertigt wird die Dreheinrichtung aus rostfreiem Edelstahl, der auch einer rauen Umgebung Stand hält. Sie lässt sich an sämtliche Werkstückträger anpassen, wobei das Grundmaß der Aufnahme dem Chargenmaß der Reinigungsanlage entspricht. Die untere Kante des Werkstückträger- / Blistereinschubs befindet sich in zirka 900 mm Höhe, was ergonomisches Be- und Entladen der Dreheinrichtung gewährleistet. Dazu trägt auch der integrierte Klapptisch zum Abstellen des Blisters / Werkstückträgers bei.
Hohe Einsparung gegenüber automatisierten Lösungen
Alternativen zur dieser neuen Dreheinrichtung sind zeit- und kostenaufwändiges, manuelles Umsetzen oder eine automatisierte Lösung mit einem Roboter. Vergleicht man hierbei die Investitionskosten – sie liegen bei der Dreheinrichtung je nach Ausführung und Größe zwischen 1.000 und 2.000 Euro, für ein Robotersystem sind zwischen 25.000 und 30.000 Euro zu veranschlagen – bietet die Dreheinrichtung deutliche wirtschaftliche Vorteile. Und das trotz des Einsatzes eines Mitarbeiters, denn dieser ist üblicherweise auch am Ende einer Fertigungslinie unverzichtbar.
Erscheinungstermin: Oktober 2009
Download: MEFO-NEWS 10-09 (PDF 2,5 MB)